In den Sommerferien geht es ans Meer. Eine Entscheidung, die schnell gefallen ist. Ob der Urlaub Sie an die Ostsee oder die Nordsee führt, hängt von den eigenen Vorlieben ab. Beide Küsten punkten mit unterschiedlichen Merkmalen. Ostseeurlauber müssen sich nicht automatisch auch an der Nordsee wohlfühlen und umgekehrt. Entscheiden Sie sich für einen klassischen Badeurlaub an der Ostsee oder genießen Sie den rauen Charme der von den Gezeiten geprägten Nordsee. Sind Sie sich unsicher, welche Küste Ihren Urlaub am Meer zum Traumurlaub macht, lernen Sie beide Reiseziele kennen. Kurze Anreisewege machen es möglich.
Standurlaub zwischen Wattenmeer und Sandstrand

Auf kilometerlange Sandstrände müssen Sie an beiden Küsten nicht verzichten. An den feinsandigen Stränden entlang der Ostseeküste laden Strandkörbe zum Verweilen ein. Ein Merkmal der Ostseestrände sind flache, buchtartige Boddenküsten. Auf der Insel Rügen finden Sie imposante Klippen und die berühmten Kreidefelsen.
Die Nordseeküste präsentiert sich rauer und bietet durch ihre Felsformationen, Dünen und Salzwiesen ein abwechslungsreiches Bild. Die Geröll- und Sandstrände sind häufiger weniger überlaufen als die Strände in den Seebädern an der Ostsee. Der Nordseeurlaub steht im Zeichen der Gezeiten. Das Wattenmeer gehört zu den größten und artenreichsten Lebensräumen in Westeuropa und eine Wattwanderung sollte auf dem Programm stehen.

Badeurlaub an Ost- und Nordsee: Strandkorbfeeling kontra Gezeitenspiel
Beide Küsten eignen sich für einen Badeurlaub. Möchten Sie ausgiebige Strandtage verbringen und auch häufiger ins Wasser gehen, bietet sich die Ostsee an. Sie haben das Meer immer vor Augen und können theoretisch Ihre Strandmuschel am Morgen aufstellen oder sich einen Strandkorb sichern. Romantische Sonnenuntergänge über dem Meer sind ein Grund, den Badetag am Ostseestrand nicht frühzeitig zu beenden.
Das Wattenmeer unterliegt dem Spiel der Gezeiten. Die Ostsee führt konstant Wasser. Ebbe und Flut merken Sie kaum, denn der Wasserspiegel steigt und sinkt nur um etwa zehn Zentimeter. An der Nordsee zieht sich das Wasser komplett zurück und Sie müssen kilometerweit ins Wattenmeer laufen, um wieder auf Wasser zu treffen.
Wasserratten müssen bei Ebbe an der Nordsee auf Baden verzichten. Bei Flut steigt der Wasserspiegel schnell an und es können Wellen und Strömungen ausgelöst werden. In der Ostsee lässt es sich ruhiger baden. An der Nordsee werden Sie auf heftigeren Wellengang treffen. Das Badegefühl wird auch von der Wassertemperatur beeinflusst. Während sich die Ostsee im Hochsommer bis auf 25 Grad erwärmen kann, ist ein Bad in der mit etwa 21 Grad deutlich kühleren Nordsee eine willkommene Erfrischung.
Urlaubswetter an Nord- und Ostsee

Das Wetter ist ein wichtiges Kriterium für einen gelungenen Sommerurlaub. Träumen Sie von ausgiebigen Sonnenbädern und intensiver Urlaubsbräune, kann die Ostsee punkten. Auf Usedom scheint die Sonne jährlich etwa 1.918 Stunden. Rügen-Urlauber können sich auf 1.805 Sonnenstunden freuen.
Auch an der Nordsee müssen Sie nicht auf Sonnenstunden verzichten. Auf Sylt beträgt die Sonnenscheindauer jährlich 1.714 Stunden. Die Nordsee ist für ihr raues, stürmisches Klima bekannt. Das Wetter zeigt sich oft wechselhafter und windiger als an der Ostsee. Für ausgiebige Spaziergänge am Strand ist das Reizklima der Nordsee ein wahrer Gesundbrunnen.
Aktivurlauber unter sich
Wenn Sie Ihre Ferien am liebsten sportlich aktiv verbringen, ist das Reiseziel ebenfalls mit Bedacht zu wählen. Wer surfen oder segeln möchte, findet an der Nordsee immer gute Winde. Allerdings kann die stürmische See Ihnen einiges abverlangen. Wenn Sie sich noch nicht sicher auf Board und Boot fühlen oder Segeln und Surfen erst lernen möchten, ist die ruhigere Ostsee die bessere Wahl.
Wer Schwimmen favorisiert, ist an der Ostsee besser aufgehoben, da er sich nicht nach Ebbe und Flut richten muss. An beiden Küsten hoch im Kurs stehen Wanderungen, Radtouren oder Reitausflüge. Wer das Wattenmeer erkunden möchte, wird in Richtung Nordsee aufbrechen. An der Ostsee finden Sie ein gut ausgebautes Wegenetz und können auch sicher unterwegs sein, wenn Sie weniger gut zu Fuß sind.

Mit Kind und Kegel
Steht der Familienurlaub am Meer an, können es die Kleinen kaum erwarten, im Wasser zu planschen und ihr Sandspielzeug auszupacken. Dies ist an den Stränden der Ostsee gefahrloser möglich. Das Ufer fällt flach zum Wasser hin ab und es herrscht weniger Wellengang als an der Nordsee. Der Wind ist weniger heftig und das Klima weniger rau. Wenn Sie mit kleinen Kindern erstmals ans Meer fahren, bietet sich die Ostsee an.
An der Nordsee gibt es viel zu entdecken. Für größere Kinder kann es spannend sein, die Gezeiten zu erleben und bei einer Wanderung den Bewohnern des Wattenmeeres näher zu kommen. Bei Ebbe können an den breiten Stränden Sandburgen gebaut werden. Das Flachwasser ist auch für kleinere Kinder ideal zum Baden und Plantschen. Allerdings ist eine ständige Aufsicht notwendig. Bei Flut kann das Baden für ungeübte Schwimmer schnell gefährlich werden und der hohe Wellengang kann kleinere Kinder schnell überfordern.
Welche Küste passt wirklich zu mir?
Sie haben nun beide Küsten und deren Charakter kennengelernt. Ist die Entscheidung für das nächste Urlaubsziel schon gefallen? Die Ostsee ist die beste Adresse für einen Badeurlaub in den Sommermonaten. Wer das Meer abseits des Massentourismus genießen möchte, findet an der Nordsee auch in den Herbst- und Wintermonaten Erholung pur.
Die Ostsee kennzeichnet feiner Sandstrand. Die Nordseeküste ist mit ihren Dünen und weiten Wattflächen nicht minder attraktiv. An der Ostseeküste herrscht ein mildes Klima und Urlauber werden von der Sonne verwöhnt. Die Nordsee zeigt sich rauer und ursprünglicher und ist damit ideal für Wanderlustige und Entdecker.
Beide Meere haben ihre eigenen Gesetze, folgen ihrem eigenen Rhythmus und formen sich jeden Tag neu. Erleben Sie diese Faszination. Ganz gleich, ob bei einem Badeurlaub an der Ostsee oder Wattwanderungen an der Nordsee. Ihnen begegnen zwei Meere, zwei Welten und zwei Möglichkeiten für Erholung vom Alltag und dem Sammeln bleibender Eindrücke.
