Backpacking in Irland

30. September 2014 | Von | Kategorie: Irland, Urlaubsgeschichten

Eine selbst geplante Rundreise durch Irland, dass war immer meine Traumvorstellung von einem perfekten Urlaub. Welche Zugeständnisse, beginnend beim Packen, man sich bei einer solchen Reise machen sollte, war mir jedoch vorher nicht so ganz bewusst. „ Rucksack, Koffer oder doch Reisetasche?“ war eine Frage die mich lange beschäftigt hat. Aus praktischen Gründen wurde es dann eine Reisetasche die man, wie bei einem Koffer, hinter sich herziehen kann. Stolze 16 kg Gepäck haben mich bei meiner Tour begleitet. Um ganz ehrlich zu sein, habe ich die Hälfte davon nicht einmal gebraucht. Mein Urlaub startete an einem Samstag Morgen am Hamburger Flughafen und Air Lingus brachte mich mit einem Direktflug, unter 2 Stunden, in die schöne Hauptstadt Dublin. Um wie ein echter Rucksacktourist, auch wenn ich eine Reisetasche hatte, im Land umher zu reisen, habe ich auf ein Taxi verzichtet und bin mit dem Flughafenshuttle in die Innenstadt gefahren. Die Fahrt dauert ca. 30 Minuten. Aufgrund des geringen Preises von nur 6,00€ ist der Bus allerdings voll und Sitzplätze sind Mangelware.

In der Connoly Street angekommen erst einmal der obligatorische Blick auf den Stadtplan. „Wo bin ich hier?“ Laut Anfahrtsbeschreibung soll das Hostel nur 5 Gehminuten entfernt sein. Nachdem ich von 4 möglichen Himmelsrichtungen 2 falsche ausprobiert habe gelingt es mir mit mehrmaligen Nachfragen das Hostel zu finden. Bisher habe ich meinen Urlaub immer im Ferienhaus oder im Hotel verbracht, aus Preisgründen und des Backpackergefühls wegen, sollten es auf dieser Reise nun aber Hostels sein. Es sei nur soviel gesagt, dass das Wort „zweckmäßig“ für mich eine ganz neue Bedeutung bekam.

Also flott das Gepäck abgeworfen und ab in den Szene Stadtteil Temple Bar. Hier wird man von einem bunten Potbourri an Musik, und Läden begrüßt. An jeder Ecke steht ein neuer Künstler der mit seinem Livegesang dem Viertel seinen künstlerischen Touch verleit. Die ganze Stadt ist geschmückt mit Blumen an jeder Laterne und bietet alles was das kulinarische Herz begehrt. Um das Klischee zu bedienen, war das erste Gericht, das ich auf irischem Boden in einem Pub gegessen habe Fish and Chips. Die Zeit vergeht wie im Flug, während man sich von der Musik durch die belebte Fußgängerzone begleiten lässt.

Am nächsten Morgen beginnt meine Rundreise mit einem klassischen Hostel Frühstück,  Toast, Marmelade und Instantkaffee. Die Reisetasche noch gar nicht ausgepackt geht es mit der Straßenbahn zum Hauptbahnhof Heusten. Hier die Information, die ich in keinem Reiseführer vorab gelesen habe: Zug und Bustickets kosten in Irland am Schalter oder beim Fahrer mehr, als wenn man diese im Internet bucht. Mein dringender Tipp an alle die eine ähnliche Reise planen lautet also, die Tickets vorher zu kaufen. Der IC von Dublin nach Galway brauchte nur 2,5 Stunden. Die Stadt hat mich sofort mit ihrem Charme gewonnen. Kleine Straßen und Gassen die an Läden, Cafès und Pubs entlangführen bilden ein schönes Stadtbild. Der Geruch vom Ozean umfängt einen, sobald man den Zug verlässt.

An dieser Station waren 3 Nächte geplant. Ich hätte aber auch ohne zu zögern, hätte es der Terminplan zugelassen, noch mehr Zeit in dieser tollen Stadt verbracht. Ein Spaziergang ans Wasser durch die urige Innenstadt mit Ihrer Stadtburg und den eindrucksvollen Kirchen hat die Knochen wieder aufgelockert. Mein erster Blick auf den Atlantischen Ozean werde ich nie vergessen, einfach traumhaft. Tag 3 war dann ein absolutes Highlight. Ich habe eine Tagestour mit dem Bus zu den Cliffs of Moher gemacht.
An vielen tollen Stationen wird zwischendurch Halt gemacht, damit man als vorbildlicher Tourist schöne Fotos fürs Urlaubsalbum schießen kann. Die grünen Wiesen, Burgen, Seen, Steinmauern (und wow hatte der Guide viel darüber zu erzählen) und natürlich die Cliffs of Moher sind genauso beeindruckend und schön wie die Bilder im Reiseführer es anpreisen. An den Klippen konnte man 1,5 Stunden lang seiner Wanderlust frönen und über Stufen und Gestein immer höher hinauf kraxeln. Die Mühe lohnt sich, denn der Ausblick war einfach nur ein Traum und die steife Briese lässt einen erahnen wie frisch es im Winter werden kann. Am nächsten Morgen habe ich einen kostenlosen, geführten Stadtrundgang durch Galway gemacht und so einiges spannendes erfahren. So gehörte die Stadtburg dem Clan Lynch, der dem Lynchmord seinen Namen gegeben hat. Der Vater musste seinen eigenen Sohn hinrichten, da dieser aus Eifersucht den Geliebten seiner Verlobten erschlug. Eine tragische Geschichte, welche von unserer Führerin Kati sehr lebhaft vorgetragen wurde.

Der nächste Tag stand wieder unter dem Motto: Wie komme ich zu meiner nächsten Station auf der Rundreise? Die Lösung war ein Reisebus, welcher mich ohne Umsteigen nach Killarney brachte. Killarney ist eine sehr beschauliche, kleine Stadt im Südosten des Landes. Der Hauptgrund aus dem die Touristen diese Stadt belagern ist der, dass von hier viele Tagestouren in die Umgebung starten und ein beeindruckender Nationalpark vor den Toren der Stadt liegt. Die Stadt jedoch hat man ohne Probleme in zwei Stunden erkundet. Für den nächsten Tag hatte ich eine Tagestour mit dem Bus nach Dingle und Slea Head geplant. Auch hier gab es wieder viele Stopps an malerischen Plätzen mit einem phantastischen Ausblick auf den Ozean. Gekrönt wurde die Tour durch den Besuch des Fischerortes Dingle, welcher für den Delphin Fungle bekannt ist, der hier in Hafennähe schwimmen soll. Ich habe ihn leider nicht gesehen, dafür aber ein schönes Erinnerungsfoto mit seiner Statue gemacht.

Die zweite Tagestour von Killarney aus, war eine Busfahrt um den Ring of Kerry. In einer Buskolonne ging es die steilen Serpentinen rauf und runter. Die Aussicht war atemberaubend. An einem der Stopps konnte man einem Schäfer bei einer Show zuschauen, in der er seine Hütehunde und Ihre Fähigkeiten präsentierte. Natürlich gegen ein kleines Entgelt.

In Killerney habe ich noch eine andere irische Spezialität probiert, Irish Stew. Es handelt sich dabei um einen Eintopf aus Fleisch und Gemüse, der zusammen mit Kartoffelpürree serviert wird. Genauso wie die gern gegessenen Scones (süße Brötchen mit Marmelade) absolut empfehlenswert.

 

 

Die Reise ging weiter, wieder mit dem Reisebus, nach Cork in den Süden des Landes. Cork ist die 2. größte Stadt des Landes und hat mich nicht ganz so sehr verzaubert wie Galway oder Dublin. Obwohl es auch in Cork einige Höhepunkte, wie z.B. einen gemütlichen Tea-Room oder den English Market mit vielen kulinarischen Besonderheiten, gab.

Von Cork aus kann man, in weniger als 20 Minuten Busfahrt Entfernung, einen tollen Ausflug zum Blarney Castle machen. Ein großer Steinbau mit einer riesigen Parkanlage und eigenem See begrüßt einen schon von weitem. Wer keine Höhenangst hat, der kann den Turm hinaufsteigen und oben den so genannten Blarney Stone küssen und gleich ein Erinnerungsfoto mitnehmen. Der Kuss verleiht einem angeblich Sprachgewandtheit. Wer möchte kann den ganzen Tag in dieser schönen Landschaft verbringen und Abends mit dem Bus zurück in die Stadt fahren. Alternativ kann man natürlich auch mit dem Zug in die Hafenstadt Cobh fahren und dort das Titanicmuseum besuchen.

Die letzte, wie auch erste Station meiner Reise war wieder Dublin. Die Stadt bietet für jeden Geschmack etwas. Das College mit dem Book of Kelts, Temple Bar oder das Guiness Storehouse sind nur einige der Sehenswürdigkeiten.

Am letzten Tag habe ich dann, nach den ganzen Entbehrungen in den Hostels, entschieden zurück doch mit dem Taxi zu fahren und es war morgens um 4:00 Uhr eine reine Wohltat. Es wird sicherlich nicht mein letzter Besuch dieses tollen Landes und seiner freundlichen und höflichen Gastgeber gewesen sein.

 

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