Klimabewusst, autofrei und pfiffig – die ostfriesische Insel Juist

15. Oktober 2012 | Von | Kategorie: Deutschland, Ortsbeschreibungen
Juist, Autofrei - Foto: Michael Bührke/pixelio.de (rkn)

Juist, Autofrei – Foto: Michael Bührke/pixelio.de (rkn)

Die Meereswogen rauschen – wenn Flut ist. Bei Ebbe ist weit und breit vom Wasser nichts zu sehen – nur Watt.

Strand, Sand, Wind, Natur – das macht die ostfriesischen Inseln aus, deren Bewohner einst um Haus, Vieh und Land bangen mussten, wenn die Flut kam. Immer wieder mussten die Juister der Natur trotzen und ihre Lebenskonzepte anpassen. Neue Dörfer und Kirchen mussten sie bauen, weil alte vom Meer zerstört wurden. Und ihre wirtschaftlichen Grundlagen mussten sie verändern, weil diese nicht mehr genug einbrachten. Aber die Juister packen es an und setzen sich und ihrer Insel Ziele. Zum Beispiel, zur klimafreundlichsten Insel an der deutschen Nordseeküste zu werden. Und wer, wenn nicht die Juister, wissen, wie empfindlich das Zusammenspiel Mensch und Natur ist. Und die Natur, wenn gar der Meeresspiegel steigt, der Insel vielleicht irgendwann den Garaus machen könnte. Heute lebt die Insel größtenteils vom Fremdenverkehr – und diesen in die ehrgeizigen Ziele mit einzubeziehen, macht Juist als Urlaubsziel besonders attraktiv.

Autofrei ist die Insel längst. Kutschengeklapper und im Sand knirschende Fahrradreifen weisen auf die Haupttransportmittel hin. Das senkt auch die CO2-Emmissionen drastisch. Urlaubern wird nahegelegt, lieber mit der Bahn als mit dem Auto anzureisen. Und viele Hotels und Restaurants bieten einen „Veggie-Tag“ an, dann steht schmackhaft Vegetarisches auf der Karte.

Dünen von Juist - Foto: InterDomizil GmbH

Dünen von Juist – Foto: InterDomizil GmbH

Besonders empfehlenswert sind Wanderungen. Zu Fuß geht es an Strand- und Salzwiesenlandschaften entlang, ein Lehr- und Kunstpfad führt durch die Dünen. Eine 3,5 km lange Wanderung um den Hammersee herum, lässt ein beeindruckendes Vogelparadies erkunden. Und Wattwandern ist natürlich besonders in. Juist liegt inmitten des Nationalparks Niedersächsisches Wattenmeer. Einige Zonen dürfen darum nur auf geführten Wanderungen besucht werden. Kompetente Wattführerinnen und -führer findet man über das Nationalpark-Haus oder an Heinos Eisladen. Nicht nur der sichere Weg durch das Watt ist gewährleistet, auch viel Wissenswertes über den einzigartigen Lebensraum wird vermittelt. Während der Saison finden im Nationalpark-Haus auch zahlreiche Veranstaltungen statt und eine sympathische Ausstellung macht auf den sensiblen Lebensraum aufmerksam.

Dass Wissen auf Juist großgeschrieben wird, zeigt zum Beispiel die Juister Kinderuni. In den Sommermonaten Juli und August bringen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern Kindern auf anschauliche Weise hochkomplexe Themen nahe. Da wird erklärt, wie regionale Produkte dem Klima gut tun, oder es geht auf eine eigenwillige Spurensuche rund um den Globus – auf Spuren, die beispielweise ein T-Shirt hinterlässt.

Mein Töwerland nennen die Juister auch ihre Insel. Und diejenigen, die des Friesischen Platts mächtig sind, wissen natürlich, dass damit das Zauberland gemeint ist. Zaubern auf Juist? Bezaubernd, das ist Juist, und erlebnisreich. Und das Töwerland-Music-Festival um Christi-Himmelfahrt hat es sich zumindest auf die Fahnen geschrieben.

Die Angebote auf Juist sind zahlreich und abwechslungsreich: Erholungssuchende finden Raum zum Entspannen und Kuren. Vielerorts laden Thalasso- und Wellness-Angebote ein. Das Juister Reizklima ist besonders zur Klimatherapie geeignet. Schrittweise wird sich an das kühl-frische Nordseewasser gewöhnt. Das stärkt das Immunsystem und macht Müde wieder wach.

Beach-Soccer- oder Strandvolleyballturniere und Inselläufe wenden sich an die Sportfreunde. Wer Muskeln und Ausdauer trainieren möchte, hat dazu bei Nordic Walking oder Radfahren die Gelegenheit. Ein gesonderter Strandbereich steht den Lenkdrachen-Fans zur Verfügung. In Kursen für Wind- und Kitesurfen können auch Ungeübte die attraktiven Strandsportarten ausprobieren. Und wer sich nicht nur mit eigener Muskelkraft fortbewegen möchte, kann sich auf eine Kutschfahrt begeben oder sich zu einer Bootstour an Seehundbänken vorbei zu einer der Nachbarinseln aufmachen. Sogar Krabbenfangfahrten oder Brandungsangeln werden angeboten.

Das alles kann eine einzige Insel hergeben, mögen Sie sich nun fragen? Am besten, Sie probieren es einfach aus.

am Strand von Juist - Foto: Martin Moser/pixelio.de (rkn)

am Strand von Juist – Foto: Martin Moser/pixelio.de (rkn)

 

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Ein Kommentar auf "Klimabewusst, autofrei und pfiffig – die ostfriesische Insel Juist"

  1. Julie sagt:

    Am schönsten ist der Strand. Und, dass es keinen Autolärm gibt 🙂

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