Es war eine riesige Geburtstagsparty für ein unvergleichliches Stück Natur: Am 26. Juni 2014 feierte der Naturpark Wattenmeer das fünfte Jubiläum der Ernennung zum Weltnaturerbe, die es auf eine Stufe mit dem Grand Canyon und dem Great Barrier Reef brachte. Gleichzeitig wurde die Fläche um die Ostfriesischen Inseln und das dänische Wattenmeer erweitert, so dass das Areal jetzt rund 11500 Quadratmeter umfasst. Hier gelten besondere Schutzbestimmungen, die Tieren und Pflanzen diesen einzigartigen Lebensraum erhalten sollen.

 

Nicht jeder schafft es auf die Weltnaturerbe-Liste der UNESCO, dazu sind die Kriterien für die Vergabe des begehrten Zertifikats zu streng: Das Gebiet muss weltweit einzigartige Naturwerte vorweisen, muss vollkommen intakt sein und unter besonderem Schutz stehen, damit seine Einzigartigkeit auch erhalten bleiben kann.

Das Wattenmeer ist erdgeschichtlich noch sehr jung; es entstand erst durch die letzte Eiszeit vor etwa 7000 Jahren und wird ständig durch Wind und Gezeiten verändert und neu geformt. Seitdem haben sich hier im Mischgebiet von Süß- und Salzwasser mehr als 10.000 Tier- und Pflanzenarten angesiedelt und auf die besonderen Bedingungen spezialisiert. Durch die mittlerweile schonende Nutzung des Wattenmeeres durch den Menschen kann diese sensible Balance erhalten werden. Seit über 20 Jahren wird das Wattenmeer besonders geschützt und zieht jedes Jahr zahlreiche Touristen an, die sich hier unter weitem Himmel erholen und dabei auch etwas über ihre Umgebung lernen wollen. Schutz und Erhaltung dieses einmaligen Lebensraumes stehen an erster Stelle für diejenigen, die am und mit dem Watt leben. Dazu gehört auch das Vermitteln von Wissen: Auf Wattwanderungen oder  Segeltörns entlang der Priele informieren die Wattführer über die geographischen Besonderheiten, die Tierwelt und die Schönheit des Wattenmeers.

Neben den dauerhaften Bewohnern ist das Wattenmeer auch bei Besuchern beliebt: Jedes Jahr rasten und brüten hier bis zu 12 Millionen Zugvögel, denen die artenreiche Landschaft perfekte Bedingungen bietet. Das findet auch das Interesse der Touristen: Zum mittlerweile 6. Mal finden vom 11. bis 19. Oktober die Niedersächsischen Zugvogeltage statt, die auch diesmal wieder viele Menschen auf die Ostfriesischen Inseln locken sollen. Hier, in den neu gekürten Ausläufern des Weltnaturerbes Wattenmeer, können Besucher den Ein- und Durchzug der Zugvogelschwärme unter professioneller Anleitung beobachten.

Das Wattenmeer besteht nicht nur aus dem eigentlichen Watt, dem Teil, der im Zuge der Gezeiten trocken fällt und sich wieder füllt, sondern darüber hinaus aus einem komplexen Ökosystem aus Salzwiesen, Dünen und Stränden, die ihrerseits einer ganz spezifischen Tier- und Pflanzenwelt Platz bieten und so die einzigartige Vielfalt des Weltnaturerbes Wattenmeer erhalten. Der Nationalpark Wattenmeer bietet das ganze Jahr hindurch Führungen und Workshops entlang der Küste an, von Borkum bis Cuxhaven (Niedersächsisches Wattenmeer), von Scharhörn bis Neuwerk (Hamburgisches Wattenmeer) und von Sylt bis Friedrichskoog (Schleswig-Holsteinisches Wattenmeer) finden immer wieder Veranstaltungen statt, die den interessierten Besuchern dieses herrliche Stück Natur nahe bringen sollen.

Ferienwohnungen in der Nähe:

* Nachtpreis bei 7 Übernachtungen
Author