Sehenswert: Seebrücke Sellin

12. Juni 2015 | Von | Kategorie: Deutschland, Reisetipps

Seebrücke Sellin: Die schönste Brücke von allen – und die längste.

Es gibt Brücken, die der Definition gemäß lediglich zum Überbrücken von Hindernissen dienen. Demzufolge klingt es auch ein wenig seltsam, dass es Paare gibt, die sich ausgerechnet auf der Seebrücke Sellin das Ja-Wort geben. Ein Blick auf ebendiese Brücke macht jedoch alle Erklärungen überflüssig und der Gedanke an ein kleines Märchenschloss ist durchaus erlaubt. Vor allen vom Steilufer aus ist der Anblick der Seebrücke überwältigend.

Wie ein ins Wasser gefallenes Märchenschloss

Ehe man sich’s versieht, endet die Wilhelmstraße – Sellins Hauptstraße mit der imposanten Bäderarchitektur, deren weißgetünchte Fassaden in der Sonne einen wahrhaft blendenden Eindruck hinterlassen. Und vor den Augen der verdutzten Spaziergänger die den Strand ansteuern, tut sich ein Abgrund auf, was daran liegt, dass Sellin direkt am äußersten Zipfel des Hochufers erbaut wurde. Doch ehe es Zeit für die Überlegung ist, wie dieser Höhenunterschied von 25 m nun zu bewältigen ist, fällt der Blick auf die Seebrücke: Ein schneeweißer Miniatur-Märchenpalast bestehend aus mehreren Gebäuden, der sich strahlend vom tiefblauen Meer abhebt. Und davor der traumhafte Strand. Ein Anblick, den man nicht vergisst und der erklärt, warum die Seebrücke der Stolz der Selliner ist.

Schönes kann so praktisch sein

Obwohl man kaum glauben mag, dass praktische Überlegungen und Schönheit so wunderbar Hand in Hand gehen können, ist der 394m weit ins Wasser ragende Brückensteg der Tatsache geschuldet, dass der sehr flach abfallende Strand die Schiffe mit Tiefgang vor eine unlösbare Herausforderung stellte – damals, als der Rügendamm noch nicht existierte. Heute verfügt die Brücke zwar über einen Schiffsanleger, zugleich beherbergt die längste Seebrücke Rügens jedoch auch exklusive Gastronomie. Darüber hinaus kann die wunderschöne Seebrücke auch als Verlängerung der prachtvollen Hauptstraße betrachtet werden, denn flanieren lässt es sich hier ebenso gut – zuvor muss man allerdings die „Himmelstreppe“ mit ihren 89 Stufen bezwingen oder sich dem Fahrstuhl anvertrauen, um zum Strand zu gelangen.

Das Abenteuer wartet am Ende der Seebrücke

Auf der facettenreichen Seebrücke können Romantiker nicht nur auf rosa Wolken entschweben – es geht auch abwärts. Und zwar mit der Tauchgondel, die sich am Ende der Seebrücke befindet. Derzeit gibt es deutschlandweit nur vier dieser Gondeln – zu finden in Zinnowitz, Zingst, Grömitz und seit 2008 eben auch in Sellin. Die Besucher können mit dieser Tauchgondel, die einerseits ein wenig futuristisch, andererseits aber auch liebenswert nostalgisch anmutet, zum Meeresboden tauchen und die faszinierende Unterwasserwelt genießen. Hilfreich ist es allerdings, sich auch auf beengtem Raum wohlzufühlen, da die kleine Gondel Platz für 30 Personen bietet. Ein Tauchgang dauert ca. 30-40 Minuten und getaucht wird von März – November, witterungsbedingte Ausfälle sind allerdings möglich.

Selliner Seebrücke - © Karl-Heinz Gottschalk (goka) pixelio.de (rkn)

Selliner Seebrücke – © Karl-Heinz Gottschalk (goka) pixelio.de (rkn)

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